HTPC 3: ATI Treiber-Marathon

20 07 2008

Dass ATI-Grafikkarten unter Linux immer etwas heikel sind, war mir natuerlich bekannt. Dass man aber einen ganzen Samstag (08:00-02:30 mit Pausen) Opfern kann, um alles vernuenftig einzurichten, hat mich dann doch etwas geschockt ueberrascht.

Fuer ATI-Grafikkarten gibt es fuer Linux 2 Treiber. Den offenen Radeon-Treiber und den proprietären fglrx-Treiber. Der Radeon-Treiber fiel leider weg, weil der fuer meine Grafikkarte keine 3D Unterstuetzung bietet, was sich mit dem oeffnen der Spezifikation durch ATI, hoffentlich bald aendern wird.
Also blieb mir nur der fglrx-Treiber. Die installation selbst war schnell gemacht aber das Einrichten hatte es in sich. Es gibt dafuer naemlich 3 Moeglichkeiten

  1. Man konfiguriert seinen Xserver manuell
  2. Man verwendet das Kommandozeilentool aticonfig
  3. Man verwendet das grafische  CatalystControlCenter von ATI

Da der Mensch ja von Natur aus dazu neigt faul zu sein, probierte ich es erstmal mit grafischen Tool. Im Prinzip funktioniert das Teil auch einigermaßen, allerdings nie wirklich komplett. Bei mir das Problem, dass ich einfach keine verschiedenen Aufloesungen fuer den Dual-Head-Betrieb einstellen konnte. Kein Problem - kann man ja einfach manuell in die xorg.conf eintragen, dachte ich mir. Leider falsch. Das ATI-Tool schreibt seine Einstellungen naemlich nicht komplett in die xorg.conf, sondern legt die auch noch irgendwo im ~ ab und laedt sie erst wenn der Benutzer sich einloggt. Das schlimmste daran war aber, dass ich diese Einstellungen nicht fand und somit auch nicht rueckgaengig machen konnte - Also neu installieren (das ist uebrigens noch ein alter Windows-Reflex. Lieber einmal neu installieren als den Fehler zu suchen).

Das Tool aticonfig war schon besser. Das erstellte mir wenigstens schon eine xorg.conf mit Dual-Head-Support. Allerdings klappte auch hier die Sache mit den Aufloesungen nicht wirklich akzeptabel und so entschied ich mich den Xserver komplett manuell zu konfigurieren.
Da viele Leute mit ATI-Grafikkarten Probleme haben, lieferte die Google-Suche tausende Ergebnisse und mehr oder weniger brauchbare xorg.conf, aus denen ich mir dann meine eigene selbst zusammen baute. Und das Ganze lief auch soweit.

Nun fehlte noch die 3D-Unterstuetzung, soweit das mit Dual-Head ueberhaupt moeglich ist - da war ich mir naemlich nicht sicher. Als ich mit der manuellen Einrichtung des 3D-Krams nicht wirklich Erfolg hatte, wollte ich es noch einmal mit dem CatalysControlCenter probieren. Das war ein Fehler. Denn anschliessend lief wieder gar nichts - nicht mal die alte xorg.conf die vorher lief - und ich installierte wieder neu. Dieses Spiel wiederholte sich in leicht abgeaenderter Form einige Male am Tag.

Am Abend fand ich schliesslich im ubuntuusers-Wiki(bzw. eher im Google-Cache des Wikis, denn die Seite war wegen des Relaunch nicht erreichbar) die Antwort. Es fehlten schlicht die Kernel-Module. Was die mit der korrekten 3D-Unterstuetzung zu tun haben versteh ich zwar nicht, aber das ist mir auch egal. Denn nun lief es.

Ich habe nun sowohl eine funktionierende xorg.conf fuer den Dual-Head-Big-Desktop-Betrieb (d.h. ein großer Desktop), als auch eine mit 2 Desktops (d.h. 1 Desktop fuer jeden Monitor) - das aber leider ohne 3D-Unterstuetzung.

Die naechsten Schritte werden nun wieder wesentlich einfacher und entspannter:

  • Fernbedienung einrichten
  • MediaCenter vergleichen, auswaehlen und einrichten
  • Ganzen Rest installieren
  • Rechner formatieren und ArchLinux installieren
  • und dort den ganzen Kram nochmal installieren

Drueckt mir die Daumen,…


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